Landfrauenvereine ein wichtiger Kulturträger
Bezirksvorsitzende Elisabeth Hartkopp hielt Rückschau auf ein von zahlreichen Aktivitäten geprägtes Jahr
Die Mitglieder des neugewählten Vorstands des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern, der in den kommenden vier Jahren amtieren wird.
SCHLÜCHTERN/MOTTGERS
Neuwahlen und die Berichte aus dem Vorstand standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern. Vorsitzende Elisabeth Hartkopp freute sich bei dem Treffen in Mottgers über Mitglieder aus allen Ortsvereinen.
Ein besonderer Gruß galt dem Ehrenmitglied Wilma Orth. In ihrem Rechenschaftsbericht wies Hartkopp auf die Aktivitäten des Bezirksvereins hin. So seien im abgelaufenen Geschäftsjahr Computerkurse für Anfänger und Fortgeschrittene veranstaltet worden. Studienfahrten nach Holland und Usedom, Tagesfahrten nach Fischbach, zur Schaubäckerei Schott in Frielendorf und zur Landesgartenschau nach Bad Wildungen, zu den Bad Hersfelder Festspielen und zum Landfrauentag während des Hessentags standen auf dem Programm.
Mit den jungen Mitgliedern unter 18 Jahren nahm der Bezirksverein am Mädchentag auf Burg Fürsteneck teil. Bei einer Lesung mit Ilse Werder trafen sich die Landfrauen ebenso wie zum Seminar des Landfrauenverbands über Presse und Öffentlichkeitsarbeit oder über das Mammographie-Screening. Das Erntedankfest fand in der Stadthalle Schlüchterns statt. Ortsvereine richteten die Erntedankfeiern im Seniorenwohnheim Gama sowie im „Haus im Bergwinkel" aus.
„Älter werden und fit bleiben" hieß eines der Vortragsthemen der Ernährungsfachfrau Elisabeth Bolender. Über „grüne Zäune, grüne Wände" referierten die Gartenfachfrauen Renate Betz und Simone Schüssler. Unterricht in verschiedenen Stickereiarten gab Geschäftsführerin Christa Hopf. Wie Elisabeth Hartkopp mitteilte, zählt der Bezirkslandfrauenverein zur Zeit 908 Mitglieder, darunter' 18 Mitglieder unter 18 Jahren.
VORSTAND
Vorsitzende: Elisabeth Hartkopp
Stellvertreterin: Doris Hoffmann
Geschäftsführerin: Christa Hopf
Geschäftsführerin: Brigitte Klose
Beisitzerinnen: Ursula Priemer, Margot Dorn und Annita Steinmacher.
Text Käthe Priemer
Foto: privat
Quelle: Kinzigtal Nachrichten
Landfrauen wollen neue Mitglieder gewinnen
Vorstandsmitglieder mehrerer Landfrauenvereie der Region
Dass Landfrauen weit mehr unternehmen als Feldarbeit, Strümpfe stricken und Kuchen backen, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Vorstandsmitglieder von mehreren Landfrauenvereinen der Region (Bild) haben sich kürzlich zu einem Fortbildungsseminar zum Thema „Mitgliederwerbung" getroffen. Von Elisabeth Sommer von der Geschäftsstelle des hessischen Landfrauenvereins in Friedrichsdorf erhielten sie zahlreiche Tipps, die vor Ort gleich in Form von Rollenspielen getestet wurden. Sommer sagte, eine Korrektur der verbreiteten Vorstellung einer ausschließlich häuslichen Landfrau sei dringend notwendig. Sie wies darauf hin, dass die Ortsvereine viele Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Dazu gehörten Homöopathie, Computerkurse, Nahrungsmittelschulungen sowie längerfristige Ausbildungen zur Agrarfachfrau und zur Hauswirtschafterin. Auch Spielenachmittage und Tagesfahrten gehören zum vielfältigen Programm eines Landfrauenvereins.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten
Neues System zur Brustkrebs-Diagnose
Vortrag von Dr. Anke Gaußmann bei Landfrauen
Referentin Dr. Anke Gaußmann
HEROLZ (kp)
„Brustkrebs ist die häufigste zum Tode führende Krebserkrankung bei Frauen", sagte Dr. Anke Gaußmann, Oberärztin der Helios-St.-Elisabeth-Klinik in Hünfeld, bei einem gut besuchten Vortrag des Bezirkslandfrauenvereins in der „Krone" in Herolz. In Deutschland erkranken jährlich 55 000 Frauen neu an Brustkrebs, davon sind über 23 000 unter 60 Jahre alt. 17,8 Prozent' der krebsbedingten Sterbefälle seien allein durch Brustkrebs bedingt.
Die Vorsorgeuntersuchungen dienten nicht nur allein dazu, Brustkrebs zu erkennen, sondern auch der Früherkennung anderer bösartiger Krankheiten, die den Gebärmutterhals, die Eierstöcke, aber auch Haut und Dickdarm betreffen.
In Hessen werde es, so Gaußmann, ab dem kommenden Jahr ein Mammographie-Screening (Mammographie-Reihenuntersuchung) geben, das helfe, Brustkrebserkrankungen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren früher zu erkennen. Dann könnten künftig auch mehr Frauen dank moderner und wirksamer Behandlungsmethoden von diesen Erkrankungen geheilt werden. Frauen in diesem Alter würden automatisch alle zwei Jahre zu dieser Untersuchung eingeladen, erklärte Gaußmann. „Das Mammographie-Screening ist ein Angebot nach EU-Richtlinien, und die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos."
Durchgeführt werde das Screening in dafür spezialisierten Einheiten, von denen es derzeit 80 in Deutschland gebe. „Die Brust wird aus zwei verschiedenen Perspektiven geröntgt. Die Begutachtung der Aufnahmen erfolgt dann durch zwei Experten, welche die Bilder unabhängig voneinander sichten", erläuterte die Oberärztin. Falls das Ergebnis negativ sei, werde die Frau innerhalb von sieben Tagen benachrichtigt. Bei positivem oder unsicherem Befund werden abklärende Untersuchungen innerhalb von zwei Wochen durchgeführt.
Die wirksamste Methode der Brustuntersuchung sei jedoch das Abtasten, so die Expertin weiter. „Mehr als 60 Prozent der erkannten Krankheiten geht auf die Selbstuntersuchung zurück", stellte Gaußmann fest.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten
Erntedankfeste waren die Höhepunkte
Jahreshauptversammlung des Bezirkslandfrauenvereins
Referentin Dr. Katharina Rohmert (links) mit der Vorsitzenden des Bezirkslandfrauenvereins, Elisabeth Hartkopp.
HOHENZELL (kp)
Zur Jahreshauptversammlung hatte der Bezirkslandfrauenverein seine Mitglieder nach Hohenzell in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Wie die Vorsitzende des Vereins, Elisabeth Hartkopp, sagte, sind in 16 Landfrauenvereinen 918 Mitglieder gemeldet, davon 21 Mitglieder unter 18 Jahren.
Die Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr reichten von Computerkursen, Vorträgen über den "Unruhestand", "Knigge in der heutigen Zeit" sowie "Blasenschwäche", bis hin zu Studienfahrten an den Bodensee und Kroatien, sagte Hartkopp. Der Hessentag wurde ebenso besucht wie die Bad Hersfelder Festspiele mit "Camelot". Tagesfahrten führten nach Steinfurt, Lichtenfels und Fladungen.
Das Erntedankfest in Sterbfritz mit der Vorsitzenden des Hessischen Landfrauenverbandes, Evelyn Moscherosch, war einer der Höhepunkte des abgelaufenen Jahres, ebenso wie die ausgerichteten Erntedankfeste im "Haus im Bergwinkel" sowie Gama durch die angehörenden Ortsvereine. Dazu kamen die verschiedenen Arbeitstagungen und Veranstaltungen der Ernährungs- und Gartenfachfrauen. Versicherungen in den Vereinen hatte sich die stellvertretende Vorsitzende, Doris Hoffmann, als Thema ausgesucht und informierte die Landfrauen über den Versicherungsschutz bei den verschiedenen Veranstaltungen.
Hauptreferentin war Dr. Katharina Rohmert, Ärztin bei Pro Familia in Darmstadt und Hanau. Ihr Thema war "Hormontherapie in den Wechseljahren". Wie die Referentin sagte, wurde Pro Familia vor 50 Jahren gegründet mit dem Ziel, Frauen und Paaren die Verhütungsmöglichkeiten zugänglich zu machen. Später wurde die Beratung mit Sexualpädagogik und Sexualberatung (häusliche Gewalt) erweitert. In Hessen bieten mittlerweile 36 Beratungsstellen diesen Service an.
Die Wechseljahre, so Dr. Rohmert, sind der Obergang vom zweiten zum dritten Lebensabschnitt. Vor 100 Jahren lag die Lebenserwartung der Frauen niedriger. Viele Frauen seien erst gar nicht in die Wechseljahre gekommen, denn die Menopause trete zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein. Die Wechseljahre gelten bei Frauen als eine Phase der Neuorientierung, teils mit, teils ohne Beschwerden.
In dieser Zeit treten vermehrt Hitzewallungen und Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen oder sogar Harninkontinenz auf - Symptome, die einer Behandlung bedürfen. Hier gehöre die Hormontherapie zu der am häufigsten eingesetzten Behandlung, die jedoch genau auf die Patientin abgestimmt sein muss. Zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden sollten Hormone so kurz wie möglich eingesetzt werden, sagte Rohmert, da Studien zeigten, dass zum Beispiel bei einer Kombitherapie vermehrt Krankheiten wie Brustkrebs auftraten.
Auch bestehe das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, wobei die Hormone nicht die Ursache seien, sondern das Wachstum beschleunigten. Das Zusammenspiel von östrogenen und Gestagenen sei noch nicht ausreichend erforscht. Hormone wirkten sich günstig aus bei Erkrankungen wie Osteoporose. Das Darmkrebsrisiko nehme ab. Viele Pharmaunternehmen hätten kein Interesse an Studien, da sie sehr teuer seien und eventuell nicht den gewünschten Erfolg brächten. Die sexuelle Lust werde durch die Einnahme von Hormonen nicht beeinflusst.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten (18.03.2006)
"Lichtblick" eröffnet Frauen neue Perspektiven
Hanauer Hilfeeinrichtung auch im Altkreis aktiv
Die stellvertretende Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern, Doris Hoffmann (rechts), überreichte eine Spende an Monika Ewald vom "Kaffee-Klatsch".
SCHLÜCHTERN/HANAU
Ein Besuch beim "Kaffee-Klatsch" der Hanauer Organisation "Lichtblick" machte es dem Vorstand des Bezirkslandfrauenvereins Schlüchtern deutlich: Hier wird Hilfe direkt am Menschen und vor Ort ohne Ansehen der Person geleistet.
Und der Bedarf an Hilfe ist nach Hartz IV steigend, sagte die Diplomsozialpädagogin Monika Ewald. Lichtblick ist ein Verein, der sich vor fünf Jahren gründete und der einzelnen Menschen im Rahmen der sozialen Begleitung unter Berücksichtigung der konkreten individuellen Wünsche, Erfahrungen, Fähigkeiten und Schwächen eine Unterstützung anbietet - und das im gesamten Main-Kinzig-Kreis.
Seit März 2004 gibt es eine Kooperation mit Schlüchtern. Die Damen des Vorstandes des Bezirkslandfrauenvereins überbrachten dem Verein eine Spende in Höhe von 250 Euro, die die Arbeit unterstützen soll. Lichtblick hat viele Seiten.
So gehört das "Hanauer Mahl" und die "Hanauer Gesegnete Mahlzeit" ebenso dazu wie das Projekt "Kaffeeklatsch". Die Hanauer Tafel, so Monika Ewald, ist eine Einrichtung, die überschüssige Lebensmittel aus Märkten abholt, um sie an bedürftige Menschen zu verteilen. Hingegen ist die Hanauer "Gesegnete Mahlzeit" ein Essensangebot für alle Bürger gegen ein geringes Entgelt der Stadt und des Umlandes.
"Kaffee-Klatsch" ist ein spezielles Begegnungs-, Beratungs- und Bildungsprojekt für Frauen und ihre Familien, wobei der Bedarf steigend ist.
"Aber wir kümmern uns nicht nur darum, dass alle etwas zu essen haben", sagte Monika Ewald, "unser Angebot ist umfassend."
So gibt es das "Betreute Wohnen" (übergangswohnungen, Wohngemeinschaften), das Betreute Wohnen für Jugendliche, junge Mütter mit Kindern. Es gibt verschiedene Beschäftigungsprojekte wie die Hilfe bei Umzügen, Renovierungen, Spielplatzsäuberungen und eine Fahrradwerkstatt. Frauen unterschiedlichen Alters, die in soziale Not geraten sind, finden bei "Kaffee-Klatsch" Hilfe.
Der Schwerpunkt der Hilfe gilt Frauen, die sozial benachteiligt sind und an der Existenzgrenze leben. Dazu gehören Alleinerziehende ebenso wie Emigrantinnen, Frauen mit wenig Rente oder Hartz IV-Betroffene. Wirtschaftliche Nöte, Verschuldung, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Ehekrisen und defizitäre Sozialisationshintergründe lassen Frauen und ihre Familien oft in einen Kreislauf von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung geraten. So gibt es eine ElternKind-Gruppe, die erzieherische Kompetenzen stärkt und mit den Erziehungsberatungsstellen sowie Jugendamt zusammenarbeitet.
Die alltagspraktische Bildung zeigt Hilfe zur Selbsthilfe auf, in dem sie kleine Heimwerkerkurse, Kochkurse, sinnvolles Wirtschaften im Haus, Nähkurse und Bastelkurse anbietet. Hilfe von Frauen für Frauen, das war Motivation für den Vorstand des Bezirkslandfrauenvereins, die Spende direkt beim "Kaffee-Klatsch" zu überreichen.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten (Dezember 2005)
Handgeschriebene Karte zählt viel mehr als eine SMS
Etikettetrainerin über Respekt, Höflichkeit und Achtung
Dr. Birgit Wedhorn (rechts) und die Vorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins, Elisabeth Hartkopp
SCHLÜCHTERN
Umgangsformen liegen im Trend - ebenso wie die Suche nach Werten. Zu den Formen eines zivilen Umgangs neben verschiedenen Regeln gehören jedoch auch Respekt, Höflichkeit, Achtung, Anerkennung, Wertschätzung, Empathie und Toleranz, sagte die Etikettetrainerin Dr. Birgit Wedhorn bei einem Vortrag zum Thema "Knigge - Benimm in der neuen Zeit", zu dem der Bezirkslandfrauenverein Schlüchtern mit seiner Vorsitzenden Elisabeth Hartkopp eingeladen hatte.
Die anerkannte Trainerin im deutschsprachigen Raum absolvierte verschiedene Studienzweige wie Fremdsprachen, Politik, Geschichte und arbeitete ebenso im Deutschen Bundestag wie im Marketingbereich. Umgangsformen seien ein Spiegel der Gesellschaft. Den jeweiligen Situationen angepasst helfen sie das Zusammenleben zu erleichtern. Umgangsformen drücken sich aus in geschlechtsspezifischen, zeitgemäßen-, generationsspezifischen Umgangsformen, in der Kommunikation in Schrift und Sprache ebenso wie in Kleidung und Körpersprache.
Früher, so Wedhorn, durften Frauen bei der Begrüßung sitzen bleiben. Heute steht "frau" auf und zeigt damit ihre Selbstständigkeit. Ferner können seit zirka 25 Jahren Frauen entscheiden, ob sie sich durch den Mann verwöhnen lassen wollen (Türe aufhalten, Stuhl rücken).
Bei der Vorstellung gegenseitig heißt es: Mein Mann, meine Frau. Das Wort Gatte sollte nicht mehr verwendet werden. Persönliche Grüße sollten mit einer handgeschriebenen Karte übermittelt werden, nicht per SMS. Privates Verhalten sei differenziert vom öffentlichen Verhalten zu sehen. Es gelte, sich situationsgerecht zu verhalten. Verhalten gegenüber Fremden sei anders als im Freundeskreis - anders als in der Situation Gast/Gastgeber. Wenn man jemanden begrüße, so sei Körperkontakt möglich. Grüßen allein sei eine Situation ohne Körperkontakt. Die so genannte Bussi-Bussi-Begrüßung stelle sich als Hauch auf die Wange dar. Sich die Hand zu reichen, sei eine intime Geste, da man unbewusst etwas von sich gebe. Ältere oder ranghöhere Menschen hätten das Recht, zuerst die Hand zu reichen.
Durch die ältere Generation werde der Handkuss noch zelebriert. Dies bedeute einen Hauch auf den Handrücken. Bei der Selbstvorstellung oder Vorstellung durch Dritte sollte man sich mit dem vollen Namen vorstellen. Bei einer Anrede werde der ranghöchste Titel verwendet. Mit dem "Du" sollte sorgsam umgegangen werden, da dies ein Leben lang bliebe, sagte Wedhorn. Bitte und Danke seien Zauberwörter im Umgang miteinander, und mit einer Entschuldigung stehe man für seine Fehler ein.
Sei man erkältet und müsse niesen, so entschuldigt sich der Niesende. Das Wort "Gesundheit" sei nicht angebracht. Werde in Gesellschaft geniest, so gilt es, den linken Handrücken vor das Gesicht zu halten. Als Gast gilt es, sich der Gesellschaft anzupassen. Gastgeber sollten sich um alle Gäste gleichermaßen kümmern. Noch viele Tipps hatte Birgit Wedhorn für die Besuchet im richtigen Umgang miteinander, wobei es einige Diskussionspunkte gab.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten (November 2005)
Bewahrerinnen regionaler Identität
Landfrauen aus dem Altkreis Schlüchtern feierten mit ihrer Landesvorsitzenden Erntedank
STERBFRITZ Frauenüberschuss herrschte jüngst in der voll besetzten Sterbfritzer Mehrzweckhalle. Kein Wunder, denn der Bezirkslandfrauenverein Schlüchtern hatte seine Mitgliedsvereine zu einer Erntedankfeier eingeladen, welche die Sterbfritzer Landfrauen ausrichteten.
Guter Laune zeigten sich die Landfrauen-Bezirksvorsitzende Elisabeth Hartkopp, Landesvorsitzende Evelyn Moscherosch, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Friedhelm Schneider (Gründau) und die ehemalige Bezirksvorsitzende Wilma Orth (von rechts).
Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Posaunenchor Sterbfritz unter Leitung von Detlef Steffan hieß Bezirksvorsitzende Elisabeth Hartkopp die zahlreichen Besucher willkommen. Erntedankfeiern seien in früheren Zeiten aktueller gewesen, als das tägliche Brot noch schwere Arbeit gewesen sei. Weil heute Maschinen eingesetzt würden und ernteunabhängig niemand mehr Hunger leiden müsse, falle es manchen Menschen schwer, Erntedank zu feiern. Es sei aber trotzdem wichtig, betonte Hartkopp.
Sinntals Bürgermeister Carsten Ullrich, der auch die Grüße seiner Amtskollegen aus Schlüchtern, Steinau und Bad Soden-Salmünster übermittelte, freute sich, dass 16 Mitgliedsvereine nach Sterbfritz gekommen waren. Tradition an die nachfolgenden Generationen weiter zu geben, sei nur möglich, wenn Nachwuchs bei den Vereinen gewonnen werden könne.
Kreisbeigeordneter André Kavai grüßte im Namen des Landrats und meinte, dass Erntedank als eine Art der Besinnung besonders für Kinder wichtig sei. Ortsvorsteher Gerald Blum rechnete vor, dass in Sterbfritz bereits das 1190. Erntedankfest gefeiert werde. Die Römer, Griechen und Germanen, die durch das gute Kinzigwasser 815 in Sterbfritz sesshaft wurden, hätten schon von jeher für die Erntegaben gedankt.
Kritische Worte über Predikten am Erntedanksonntag fand der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Friedhelm Schneider. Gemeinsam müsse man dafür eintreten, dass Bauern eine Zukunft haben. Als Sterbfritzer Vertretungspfarrer und stellvertretender Dekan grüßte Pfarrer Wolfgang Kallies. Anschließend begrüßte die Vorsitzende der Sterbfritzer Landfrauen, Margot Dorn, die Gäste.
Die Landfrauen seien mit ihrer Kulturarbeit für die Heimat tätig. Die Damen nähmen sich des Heimatbegriffs aktiv an und sorgten in ihrer Alltagsarbeit dafür, dass die Identität der ländlichen Region erhalten bleibe. „Das bedeutet, dass wir Landfrauen die Sitten und Gebräuche pflegen, bewährte Traditionen fortführen und uns bewusst sind, wo unsere Wurzeln sind“, gab die Präsidentin des Landesverbandes der Landfrauen, Evelyn Moscherosch, zu bedenken. Zuletzt war Moscherosch 1991 beim 30. Erntedankfest in Schlüchtern Festrednerin. Diesmal sprach sie über das Thema „Europa ersetzt unsere Heimat nicht". Sie widersprach nicht den Bemühungen des vereinten Europas,
Landfrauen aus Sterbfritz sorgten für eine kreative Dekoration.
jedoch dürften die regionalen kulturellen Eigenheiten nicht verfremdet und durch andere Lebensweisen ersetzt werden. Kulturen seien nicht dazu da, sich gegenseitig zu verdrängen, sondern um sich nebeneinander zu entwickeln.
Die Europäische Union, so die Referentin weiter, könne nur durch ein vereintes Europa ihre wirtschaftlichen und politischen Aufgaben wahrnehmen. Kritik übte die Landesvorsitzende an der ständig wachsenden EU-Bürokratie und nationalen Produktionsauflagen, die bäuerliche Existenzen bedrohten. Sie setzte sich für faire Wettbewerbsbestimmungen in Europa ein, weil inländische Produzenten strenge Auflagen zu erfüllen hätten, jedoch ausländische Waren verkauft würden, die diesen Vorschriften nicht entsprächen.
Vor der Kaffeetafel erfreuten Mini- und die Jugendgarde des Turnvereins Sterbfritz mit Tanzvorführungen.
Text und Fotos: Walter Dörr
Quelle: Kinzigtal Nachrichten (13. Oktober 2005)
„Dankeschönfahrt“ nach Lichtenfels am 01.09.2005 für Ortsvorsitzende und Stellvertreter
Dieses Jahr war unser Reiseziel Lichtenfels „Die deutsche Korbstadt“.
Wir besichtigten die Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen, hatten eine Stadtführung in Lichtenfels
mit Besichtigung einer Korbmacherwerkstatt und fuhren ca. 2 Stunden,
bei herrlichem Wetter, auf einem Floß mit musikalischer Begleitung auf dem Main.
Auf dem Floß gab es Kaffee und Landfrauen-Blechkuchen, sowie diverse Kaltgetränke.
Im Anschluss an die wunderschöne idyllische Floßfahrt am oberen Main stärkten
wir uns beim Flößer-Wirt in Lichtenfels an einem rustikalen fränkischen Buffet.
Nachfolgend einige Bilder von unserem schönen Ausflug:
Mädchenleben und Leiden
Landfrauen besuchten Fotoarchiv und Ausstellung
Waren der Geschichte der Frauen auf der Spur: der Bezirkslandfrauenverein mit Christa Hopf, Doris Hoffmann, Elisabeth Hartkopp, Margot Dorn, Beate Schmidt und Rotraud Schäfer (von links; nicht auf dem Bild: Ursula Priemer)
SCHLÜCHTERN/GELNHAUSEN (kp)
Die Geschichte der Frauen, insbesondere der Frauen im Schlüchterner Land, führte den Vorstand des Bezirkslandfrauenvereins zum Archiv "Frauenleben" im Main-Kinzig-Kreis nach Gelnhausen. Hier im Archiv mit 4000 ausleihbaren Büchern und vielen, vielen Akten zeigte es sich, dass Frauen auch in unserer Region schon immer eine große Rolle spielten - allerdings im Schatten der Männer.
Wie Rotraud Schäfer, die im Archiv ehrenamtlich arbeitet, den Vorstandsmitgliedern erläuterte, geht die Frauengeschichte des Archives von Arbeit und Bildung, Frauen in Wirtschaft, Wissenschaft und Männerberufen, in Politik, Kirche und Krieg bis hin zur Kulturschaffenden und dem dunklen Kapitel der Hexenverbrennungen.
Hochzeitsverträge und Scheidungsurteile aus früheren Jahren können ebenso eingesehen werden wie Unterlagen über die Stellung der Frauen im Zusammenhang
mit dem Wirtschaftswachstum.
Vieles wurde in Büchern aufgearbeitet und dokumentiert zusammen mit der Mitbegründerin des Archives, Ilse Werder, in Büchern wie "Frauen in Schlächtern", "Ich war eine Naive", "Frauen in der Gewerkschaft", "Frauen machen sich auf den Weg", "Mädchen heiraten sowieso" oder" 100 Jahre Frauenleben". Da viele öffentliche Zuschüsse - auch für das Archiv - gestrichen wurden, lebe die Institution hauptsächlich von Spenden, sagte Rotraud Schäfer.
Das Ziel des Archives sei, den Beitrag von Frauen zur wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung im Main-Kinzig-Kreis zu erforschen und zu dokumentieren auch angesichts der Tatsache, dass heute noch die Gleichberechtigung in vielen Bereichen nicht vollzogen wurde und 70 Prozent der unbezahlten Arbeit von Frauen geleistet werde.
Eine weitere Station des Informationsnachmittages bildete die zur Zeit in Gelnhausen stationierte Ausstellung von Werken Friedensreich Hundertwasser, die das Schaffen des Künstlers in allen Facetten zeigt. Im Romanischen Haus und der ehemaligen Synagoge untergebracht, zeigt es Werke in schwelgerischer Farbgebung. 'Gold und Silber sind oft neben den Komplementärfarben als dünne Folien ins Bild eingebracht.
Die Landfrauen informierten sich über die großen Motivkreise des Künstlers: Der eine umfasst eine Analogie zur vegetativen Formenwelt, der andere umkreist architektonische Strukturen, beide sind unlösbar miteinander verbunden.
Die Werke zeigen die Vision einer intakten Welt mit dem Prinzip Hoffnung, ein Appell an die Menschlichkeit, das ästhetische und den Sieg der Schönheit über die verschandelte Hässlichkeit.
In seiner Architektur, die auch in Frankfurt-Heddernheim in einem Kindergarten zu bewundern ist, stellt Hundertwasser die Natur über gerade Formen.
Text und Fotos: Käthe Priemer
Quelle: Kinzigtal Nachrichten (April 2005)