Hauswirtschafterin - ein vielschichtiger Beruf
Hauswirtschaft kann jeder?Kann wirklich Jedermann hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausführen? Vieles spricht dagegen. lmmermehr Privathaushalte sind verschuldet, immer mehr Kinder bedenklich dick. Der Anteil der Alten in der Bevölkerung nimmt zu. Hier steigt der Bedarf an individueller Hilfe im Alltag.
Hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung spezifischer Personengruppen findet in Privathaushalten, sozialen Einrichtungen oder Haushalten landwirtschaftlicher Unternehmen statt. Alten- und Pflegeheime, Seniorenheime, Betreutes Wohnen, Einrichtungen für Kinder oder für Behinderte, Bildungszentren und Tagungsstätten sind mögliche Einsatzgebiete für eine hauswirtschaftliche Fachkraft.
Grundlage der Berufsbildung zum Hauswirtschafter ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Hauswirtschafter/zur Hauswirtschafterin vom 30. Juni 1999. Der nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannte Ausbildungsberuf ist dem Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft, Schwerpunkt Gastgewerbe und Hauswirtschaft, zugeordnet.
Der Weg zur hauswirtschaftlichen Kraft
Eine dreijährige Ausbildung in einem für die Ausbildung anerkannten Betrieb beziehungsweise in einer Einrichtung führt in der Regel zum Berufsabschluss Hauswirtschafter/in. Außerdem erwirbt man gleichzeitig den Hauptschulabschluss, wenn dieser zu Beginn der Ausbildung fehlte.
Während der betrieblichen Ausbildung besucht der Auszubildende wöchentlich ein- bis zweimal die Berufsschule. Es besteht auch die Möglichkeit der Verkürzung der dreijährigen Ausbildung auf zwei Jahre, wenn ein erfolgreicher Besuch des Berufsgrundbildungsjahres nachgewiesen wird.
Erwachsene, die einen Berufsabschluss als Hauswirtschafterin nachholen wollen, müssen sechs Jahre ganztägige eigene oder fremde Haushaltsführung für mindestens zwei Personen nachweisen. Dieser Nachweis verkürzt sich auf vier Jahre, wenn bereits
eine andere Ausbildung von mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer durchlaufen wurde.
Ausbildungsinhalte und Anforderungen
Die Mindestanforderungen an die Ausbildung sind im Ausbildungsrahmenplan festgelegt und für jeden Betrieb verpflichtend. Die zu vermittelnden Ausbildungsinhalte sind in eine „Berufliche Grundbildung“ und eine „Berufliche Fachbildung“ unterteilt.
Die „Berufliche Grundbildung“ befasst sich zum Beispiel mit dem Aufbau und der Organisation des Ausbildungsbetriebes, der Berufsbildung, mit arbeits-, sozial- und tarifrechtlichen Bestimmungen, mit Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, mit Hygiene und Umweltschutz, mit der betrieblichen Arbeitsorganisation, mit qualitätssichernden Maßnahmen, betrieblichen Geschäftsvorgängen, mit Betriebsräumen und Betriebseinrichtungen.
Zu den hauswirtschaftlichen Versorgungsleistungen gehören Speisenzubereitung und Service, Reinigen und Pflegen von Räumen, gestalten von Räumen und des Wohnumfeldes, Reinigen und Pflegen von Textilien, Vorratshaltung und Warenwirtschaft. Diese Lerninhalte werden in der beruflichen Fachbildung vertieft.
Zu den hauswirtschaftlichen Betreuungsleistungen gehören Hilfe leisten bei Alltagsverrichtungen. In der beruflichen Fachbildung werden diese Lerninhalte erweitert um die personenorientierte Gesprächsführung, Motivation und Beschäftigung in spezifischen Betreuungssituationen.
In der beruflichen Fachbildung kommen die Fachaufgaben im Einsatzgebiet hinzu wie Erstellung von betriebsspezifischen Produkt- und Dienstleistungsangeboten, Kundenorientierung und Marketing, Kalkulation und Abrechnung von Leistungen.
Bei der hauswirtschaftlichen Fachkraft in ländlichen Haushalten kommen spezifisch landwirtschaftliche Aufgaben hinzu. Hier geht es zum Beispiel um die Versorgung und Pflege von Nutzpflanzen und Tieren sowie um die Konservierung und Aufbereitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Ziele der Ausbildung
Ziel der Ausbildung ist das selbstständige Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen eines Arbeitsauftrages. Hinzu kommt das selbstständige Kontrollieren und Bewerten der eigenen Arbeitsleistung. Gefördert wird dieses Ziel über Projekte, die in Einzelarbeit - oder besser noch - im Team durchgeführt werden sollen.
Über Ihre Tätigkeiten im Betrieb führen die Auszubildenden ein Berichtsheft, das zur Abschlussprüfung vorgelegt werden muss.
In der beruflichen Praxis hat der Hauswirtschafter die Befähigung und die Kenntnisse beispielsweise
